Wochenbett-Vorbereitung: Bereit für die ersten Tage zuhause
- Inga Hebamme

- 21. Jan.
- 6 Min. Lesezeit
Zwei bis vier Tage nach der Geburt dürfen junge Eltern mit ihrem Neugeborenen das Krankenhaus verlassen und nach Hause gehen. Doch was erwartet sie dort? Wie fühlt es sich an, wenn nicht mehr rund um die Uhr Fachpersonal zur Verfügung steht? Und was lässt sich im Vorfeld organisieren, um die erste Zeit im Wochenbett möglichst ruhig, sicher und unvergesslich zu gestalten? In diesem Beitrag fasse ich wertvolle Hebammen-Tipps zusammen, wie sich das Wochenbett schon vor der Geburt optimal vorbereiten lässt.

Früher oder später ist es so weit: Die junge Familie verlässt gemeinsam mit dem neugeborenen Baby das Krankenhaus und macht sich auf den Heimweg. Und dann? Viele Eltern stellen sich dieselben Fragen: Wie wird es uns zu Hause gehen? Wer ist da, wenn Unsicherheiten oder Notfälle auftreten? Kenne ich die Bedürfnisse meines Babys schon genug?
Das Wichtigste zuerst: Ihr seid in dieser Zeit nicht alleine, dürft bei Vertrauenspersonen sowie der Hebamme jederzeit um Hilfe bitten.
Wie so vieles rund um die Geburt ist das Wochenbett nicht vollständig planbar. Dennoch können einige grundlegende Vorbereitungen und bewusste Entscheidungen dazu beitragen, ein Umfeld zu schaffen, das den Übergang ins Leben zu dritt möglichst harmonisch und stressarm gestaltet.
Das ist beim Heimkommen wichtig:
Aus Sicht des Babys
Für das Neugeborene sind während seiner ersten Lebenswochen nur wenige Dinge wirklich wichtig: satt sein, Ruhe haben sowie sich sicher fühlen. Nähe, Geborgenheit und der Kontakt zu den Eltern sind im Wochenbett besonders wichtig. Sie helfen Vertrauen aufzubauen, geben Sicherheit, unterstützen die Entwicklung und legen die Basis für eine starke Mutter- bzw. Vater-Kind-Bindung.
Halten Sie Ihr Baby im Arm, sprechen Sie mit ihm und lernen Sie es kennen: seine Gesichtszüge und die Mimik, das erste unbewusste Lächeln. Die ersten Tage und Wochen sind geprägt von einer ganz besonderen Faszination.

Aus Sicht der Mutter
Auch für die Mutter ist im frühen Wochenbett vor allem eines zentral: Ruhe. Stillen, Heilung und das Ankommen in der neuen Lebenssituation brauchen Zeit. Mutterwerden ist ein Prozess.
Die Geburt will verarbeitet werden, körperlich wie emotional. Hormonelle Umstellungen, die neue Verantwortung, die Erschöpfung durch die Geburt und der nächtliche Schlafmangel sind nicht zu unterschätzen. Nehmen Sie diese Phase ernst und planen Sie bewusst Ruhezeiten ein. Es braucht Zeit zu begreifen, dass das Baby nun da ist und rund um die Uhr Zuwendung braucht.
Die Unterstützung durch den Vater oder allenfalls durch Freunde, Freundinnen oder Verwandte ist dabei von grosser Bedeutung.
Aus Sicht des Vaters
Auch für den Vater beginnt eine neue Lebensphase. Dank des Vaterschaftsurlaubs besteht die Möglichkeit, sich intensiv einzubringen und die junge Familie zu unterstützen. Auch er darf sich Zeit nehmen, in seine neue Rolle hineinwachsen.
Neben der Unterstützung von Mutter und Kind ist es wichtig, dass auch der Vater Zeit mit dem Baby verbringt, Bonding erlebt, vielleicht das Baden übernimmt oder sich um Geschwisterkinder kümmert. Auch für ihn ist das Wochenbett eine Zeit des Lernens und des Kennenlernens.
Vorbereitung vor der Geburt: 6 wichtige Themen
Geburten können spontan beginnen – auch vor dem errechneten Termin. Deshalb ist es sinnvoll, die wichtigste Wochenbett-Vorbereitung bereits etwa zwei Wochen vorher abzuschliessen. Das schenkt Vertrauen und reduziert Stress in den letzten Tagen vor der Geburt. Zu den hilfreichsten und wertvollsten Vorbereitungen gehören die folgenden sechs Schritte:
Schlaf- und Wickelplatz für das Baby
In den ersten Wochen braucht ein Baby vor allem Sicherheit, Nähe, Nahrung und Schlaf. Der Schlafplatz sollte sich in einem ruhigen, warmen Raum befinden – fern von Lärmquellen wie Fernseher, Spielkonsolen oder tobenden Geschwisterkindern. Dauerhafter Lärm kann Stress auslösen, während die gedämpften Stimmen der Eltern auch im Schlaf beruhigend wirken.
Die Anforderungen an den Wickelplatz sind rasch aufgezählt: Er sollte weich und warm sein sowie alle notwendigen Utensilien in Reichweite bereit halten. Fertig.
Die Grundausstattung an Babykleidung
Viel benötigt man nicht in der ersten Zeit: Ausreichend Windeln (Stoff oder Einweg), einige langärmlige Bodys und Strumpfhosen, Mützchen und Überziehsocken sowie eine warme Decke aus Naturfasern reichen aus. Im Winter kommen noch einige warme Überziehkleider dazu.
Hausarbeit reduzieren und vorgekochtes Essen im Tiefkühler
Einkaufen, Kochen und Aufräumen sind Aufgaben, die im Wochenbett Pause haben oder idealerweise andere übernehmen: unterstützende Angehörige oder Freunde oder der Vater. Besonders praktisch ist das Vorkochen von gesunden, nährstoffreichen Mahlzeiten, die sich im Tiefkühler bestens bis zur Wochenbettzeit halten.
Die Rolle des Vaters klären
Der Vater hat dank des Vaterschaftsurlaubs die Möglichkeit, sich individuell im Wochenbett einzubringen und die wunderbare erste Familienzeit gemeinsam mit Baby und Mutter zu geniessen. Trotzdem ist das Wochenbett eine Ausnahmesituation und um Spannungen zu vermeiden, ist es hilfreich, die Rolle des Vaters frühzeitig anzusprechen. Welche Unterstützung erwartet die Mutter? Welche Aufgaben möchte der Vater übernehmen? Will er an Hebammen-Terminen anwesend sein? Manche Väter übernehmen gerne die Rolle des „Wochenbettmanagers“; sie regulieren Besucher, kümmern sich um den notwendigsten Haushalt, Einkäufe oder das Kochen. Klare Absprachen schaffen Entlastung.
Über die Besuchsregeln sprechen
Es ist verständlich, dass Freunde und Bekannte das neue Familienmitglied so bald wie möglich kennenlernen möchten. Doch gerade in den ersten Tagen des Wochenbetts sollte sich die Familie auf sich selbst fokussieren können. Auch das Baby hat in wenigen Tagen bereits viele neue Eindrücke zu verarbeiten: Untersuchungen, die Heimfahrt, neue Geräusche. Eine ruhige, entspannte Umgebung hilft beim Ankommen. Besuche sind willkommen – aber dosiert, ruhig und achtsam. Kommunizieren Sie dieses Bedürfnis klar an Familie und Freund:innen – gerne auch schon vor der Geburt. Und geben Sie ihnen die „Goldenen Regeln fürs Wochenbett“ mit auf den Weg.
Eine vertrauensvolle Hebamme organisieren
Falls die Familie noch keine Hebamme organisiert hat, ist jetzt der Zeitpunkt für die Hebammen-Suche gekommen. Eine Wochenbett-Hebamme begleitet die Familie nach dem Spitalaustritt und übernimmt wichtige medizinische und beratende Aufgaben. Auch beim zweiten oder dritten Kind ist diese Begleitung sehr wertvoll. Die obligatorische Grundversicherung der Krankenkasse übernimmt die regulären Wochenbettbesuche.
Unterstützung ab dem ersten Tag: die Hebamme im Wochenbett
Mit der Heimkehr beginnt eine neue Zeit – geprägt von Freude und Glück, aber oft auch von Unsicherheit, Müdigkeit und vielen Fragen. Da ist der Besuch der Hebamme eine willkommene Stütze. Wann genau der erste Hausbesuch der Hebamme stattfindet, richtet sich nach den Bedürfnissen der Familie. Manche Familien wünschen noch am Tag der Entlassung einen Besuch, andere kommen erst einmal in Ruhe zuhause an und werden dann am Folgetag von der Hebamme besucht.
Die Aufgabe der Hebamme im Wochenbett
Eine Hebamme hat im Wochenbett weit mehr Aufgaben als nur die medizinische Betreuung von Mutter und Kind; sie vermittelt Sicherheit, gibt Tipps und begleitet die Familie fachlich wie emotional. Sie ist die Expertin fürs Stillen, weiss aber auch über alternative Ernährungsmethoden bestens Bescheid. Weitere Fachgebiete der Hebamme sind Baden, Hautpflege, Trageberatung, Windelberatung sowie der Aufbau der Eltern-Kind-Bindung. Bei Fragen rund um die Entwicklung und Babykommunikation greift die Hebamme auf ihre langjährige Erfahrung zurück und vermittelt ihr Wissen an die jungen Eltern weiter. Selbst sogenannte „Schreibabys“ lassen sich dank fachkundiger Hebammenbegleitung meist nachhaltig beruhigen. Manche Hebammen arbeiten zusätzlich mit alternativen Heilmethoden. Und später im Wochenbett können auf Wunsch Angebote wie Rückbildungsgymnastik oder Babymassage hinzukommen.

Besonders wichtig: Die Hebamme gibt den Eltern Vertrauen. Vertrauen in ihr Baby und in die eigene Fähigkeit, dessen Bedürfnisse zu erkennen. Nach und nach lernen die Eltern die Geräusche und Bewegungen ihres Nachwuchses richtig zu deuten und sie verstehen, was sie bei seinem Unwohlsein tun können., wie sie das Kind beruhigen und wann es Müde ist.
Und wenn es dennoch zu Unsicherheiten kommt, ist die Hebamme schnell zur Stelle. Meist auch telefonisch oder per Whatsapp.
Die medizinischen Aufgaben der Hebamme im Wochenbett
Aus medizinischer Sicht steht im Vordergrund, dass es Mutter und Kind gut geht und keine Komplikationen auftreten. Am dritten Tag nach der Geburt nimmt die Hebamme den Guthrie-Bluttest ab. Zudem kontrolliert sie regelmässig den Bilirubinwert des Babys, um eine Neugeborenengelbsucht auszuschliessen. Bei der Mutter achtet die Hebamme auf die Heilung möglicher Geburtsverletzungen sowie auf den Milcheinschuss und die Milchbildung.
Fazit: Die Wochenbett-Vorbereitung lohnt sich
Die Zeit vor der Geburt ist geprägt von Vorfreude, Spannung und manchmal auch Angst. Wann geht es los? Wird alles klappen? Sind alle gesund? Wie kommen wir als neue Familie miteinander zurecht? Durch eine frühzeitige Vorbereitung und die Begleitung durch eine Hebamme lässt sich diese Phase entspannter gestalten.
Ein gut vorbereitetes Zuhause, klare Absprachen und ausreichend Unterstützung helfen dabei, als Familie anzukommen. Und das Baby? Selbst wenn Wiege und Wickelplatz bereitstehen – am wohlsten fühlt es sich zunächst im Arm von Mutter und Vater.
Geburtsvorbereitung und Wochenbett-Hebamme in Chur und Umgebung Als Hebamme bin ich zur Stelle, wenn junge Familien das Spital verlassen und zu Hause ins Abenteuer mit dem kleinen Familienzuwachs starten. Ich setze auf eine individuelle Betreuung, nehme mir Zeit für Ihre Anliegen und verfolge einen ganzheitlichen Betreuungsansatz, der Sie und Ihre Bedürfnisse ins Zentrum stellt. Brauchen Sie eine Wochenbett-Hebamme in Chur, Domat Ems, Felsberg, Domleschg- Bonaduz oder Surselva, Ilanz, Schluein, Laax, Flims, Trin? Ich bin für Sie da – auch für spontane Einsätze. Neben der Wochenbett-Betreuung biete ich auch Geburtsvorbereitung an – individuell und für Paare. So erhalten Sie die Möglichkeit informiert, angstfrei und freudig in die Geburt zu starten. Mail: ing.si(at)hotmail.com Tel.: 079 486 64 06 (Whatsapp) Sie wohnen ausserhalb meines Einzugsgebiets? Hier finden Sie Ihre Hebamme in Graubünden. |




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